| Leiterschaftskonferenz 2009 in Braunschweig: Gebremstes Gemeindewachstum: Ändern trifft auf Beharren |
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GGE-Leiterschaftskonferenz: Gott Neues zutrauen und missionarischen Lebensstil pflegen Braunschweig – Die Sehnsucht nach lebendigen Gemeinden wächst. Das ist im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden besonders in der jüngeren Generation spürbar. Viele der unter 40-jährigen experimentierfreudigen Führungskräfte drängen auf Veränderung, sind aber oft enttäuscht, wenn sie mit ihren Ideen und Vorhaben auf Beharren und Widerstand stoßen. Das sagte der Sprecher der charismatischen Geistlichen Gemeinde-Erneuerung (GGE) in der Freikirche, Pastor Heinrich Christian Rust (Braunschweig), während der dreitägigen Leiterschaftskonferenz der GGE gegenüber Journalisten. Die Tagung mit rund 650 Teilnehmern fand vom 28. bis 31. Januar in Braunschweig statt. Wie Rust weiter erläuterte, sei Veränderung nötig. Wenn sich nichts ändere, werde nach seiner Überzeugung etwa ein Drittel der 836 Gemeinden sterben und jeweils ein weiteres Drittel stagnieren bzw. sich vorwärts bewegen. Die GGE habe keine Patentrezepte, wolle aber ermutigen, Gott Neues zuzutrauen und einen missionarischen Lebensstil zu pflegen. Dieses Anliegen finde zunehmend Resonanz. Rund 1.200 Gemeindemitglieder – etwa 200 mehr als bei der letzten Konferenz vor zwei Jahren - sind mit der GGE als Freunde und Förderer verbunden, darunter zahlreiche Gemeindeleiter und Pastoren.
In einem Seminar zum Thema „Der enttäuschte Leiter“ sprach der Geschäftsführer des Evangelisch-Freikirchlichen Sozialwerks, Pastor Michael Borkowski (Hannover). Um Müdigkeit und Erschröpfung zu überwinden, gelte es, eigene Risikofaktoren zu erkennen. Dazu gehörten ständig wachsende Anforderungen ohne Abbau bestehender Aufgaben, die Vernachlässigung körperlicher und geistlicher Ressourcen wie Fitness oder Bibelstudium und Gebet. Möglich sei auch, dass man sich mit den Zielvorstellungen der Gemeinde nicht mehr voll identifizieren könne. Neue Stärke könne man gewinnen, indem man sich der Realität stelle und auch Scheitern eingestehe. Wichtig sei, Zuversicht zu gewinnen, nämlich die Überzeugung, dass sich am Ende des Lebens das Gute durchsetzten werde. In einem Seminar über den Umgang mit Finanzen wies der frühere Bundesdirektor der Freikirche, Pastor Eckhard Schaefer (Bremen), darauf hin, dass dies ein wichtiges biblisches Thema sei. Rund 700 Bibelstellen handelten von Geld und Besitz. Kassenverwalter brauchten neben Fachkenntnissen auch geistliche Begabungen. In den Gemeinden müsse man „verantwortliche Haushalterschaft“ lehren. Es gehe um die Frage, wie viel Besitz, Begabung, Zeit und Kraft man dem Reich Gottes zur Verfügung stelle. Der Umgang mit Geld sei auch ein Kriterium für Gottvertrauen. (idea - 03.02.09)
Mittschnitte der Vorträge sind über den Christlichen Audiodienst erhältlich |





Die Konferenz stand unter dem Thema „Jesus spricht: Ich will meine Gemeinde bauen“. Hauptreferent war der niederländische Baptistenpastor Orlando Bottenbley (Drachten). Er erlebt ein außergewöhnliches Gemeindewachstum. Die Mitgliederzahl der Freien Baptistengemeinde Bethel, in der er seit 1988 tätig ist, ist von 60 auf etwa 2.000 gestiegen. In drei Gottesdiensten finden sich sonntags rund 4.500 Besucher ein. Im vergangenen Jahr sind laut Bottenbley rund 1.300 Menschen zum Glauben an Jesus Christus gekommen; jeden Monat ließen sich 20 bis 35 Personen taufen. Dies sei nicht auf evangelistische Kampagnen, sondern auf persönliche Beziehungen zurückzuführen. Letztlich, so der Pastor, sei Gemeindewachstum nicht Menschenwerk, sondern eine Auswirkung des Heiligen Geistes.